orthopädische Zweigparxis in Belzig eröffnet wieder

Wieder behandelt werden können Patienten ab morgen in der Praxis für Orthopädie am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Johanniter-Krankenhauses Belzig. Die Zweigpraxis des MVZ der Treuenbrietzener Johanniter-Kliniken war fünf Tage nach ihrer Eröffnung am 6. Oktober 2009 wieder geschlossen worden. Das überraschte viele Patienten.

Grund war damals der Widerspruch eines Facharztes für Orthopädie aus Brandenburg/Havel gegen die Zulassung der neuen Praxis am Treuenbrietzener MVZ sowie gegen den Zweigsitz in Belzig.

„Inzwischen sind nun beide Widersprüche zurückgewiesen worden“, sagt Jörg-Peter Bensch vom Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen. Die ebenfalls von Anne Feldner als Fachärztin für Orthopädie betreute Zweigpraxis in Belzig wird zunächst eine Sprechstunde pro Woche anbieten. Bei steigender Nachfrage seien zwei Termine geplant, sagte der Kliniksprecher. Th.W.

Quelle: MA

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Orthopädische Schuheinlagen

Orthopädische Schuheinlagen sind auch für Sportler von Nutzen.

Im Laufe des Lebens tragen die Füße den Menschen über 150 000 Kilometer weit. Das entspricht fast vier Erdumrundungen und zeigt, welch hohen Stellenwert Mobilität für uns hat. „Heute kann eine Vielzahl von Fußproblemen operativ korrigiert werden“, erklärt Thomas Werne, Meister der Orthopädie- Schuhtechnik und Inhaber der Werne Orthopädie Schuhtechnik in Waldshut. Doch bevor endgültige Entscheidungen getroffen werden, sollten konservative Maßnahmen wie orthopädische Einlagen oder Schuhanpassungen in Betracht gezogen werden. Genau an solchen Lösungen arbeiten Orthopädie- Fachkräfte wie Thomas Werne und sein Team tagtäglich.

„Jeder Mensch ist ein Individuum und so ist auch der Fuß eines jeden individuell und bedarf einer ebensolchen Versorgung“, sagt Thomas Werne. So erhalten Kunden keine Einlagen von der Stange, sondern exakt auf die Bedürfnisse zugeschnittene Produkte. Als Ziel seiner Arbeit nennt Thomas Werne es, die Materialauswahl und orthopädische Wirkung mit den individuellen Anforderungen des Kunden in Einklang zu bringen: „Bereits bei Kindern mit Fußfehlstellungen ist Versorgung durch Kinderschuheinlagen zu empfehlen, denn gesunde Entwicklung und gute Körperhaltung wollen bereits in jungen Jahren gepflegt werden.“

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Orthopädiekongress: Körpereigenes Gewebe und wie es sich regenerieren sollte

Um der steigenden Lebenserwartung gerecht zu werden,
widmen sich die Orthopäden zunehmend der dauerhaften biologischen Regeneration durch autologe Zellen.

Auch wenn Roboterchirurgie und Navigationssysteme beim Hüft- und Kniegelenksersatz eine höhere Positionsgenauigkeit als die Hand des Chirurgen bieten – langfristig streben Orthopäden und Unfallchirurgen anstelle der Reparatur eine Regeneration der Defekte mit autologem Gewebe an. Mit Hilfe der Roboterchirurgie gelingt es heute, bei Endoprothesen eine Kontaktfläche von 95 bis 96 Prozent herzustellen; bei der Anpassung per Hand liegt der entsprechende Wert zwischen 50 und 60 Prozent. Ob sich diese Verbesserung auf die langfristigen Erfolge auswirke, müsse jedoch noch geklärt werden, betonte Prof. Joachim Hassenpflug (Kiel) anlässlich des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie in Wiesbaden.
Die OP-Technik ist nur ein Glied in der Kette der Variablen – Material, Biomechanik, Verankerung und Design determinieren den langfristigen Erfolg ebenso mit. Trotz dieser Vorbehalte prognostizierte der Referent eine Erweiterung der Roboterchirurgie auf zahlreichen Gebieten neben der Hüft- und Knie-Endoprothetik, etwa den Einsatz bei Stellungskorrekturen an Knie und Hüfte, bei der Ausräumung von Karzinomen, beim Kreuzband-Ersatz und in der Neurochirurgie.
Die Gentherapie steckt in der Orthopädie noch in den Kinderschuhen, trotzdem setzt Prof. Fritz Niethard (Münster) als Tagungspräsident große Hoffnungen in diese potenzielle Behandlungsform. Als „Nebenprodukt“ der Forschungen auf diesem Gebiet wurde bereits der negative Einfluss von Interleukin-1 (IL-1) und Tumornekrosefaktor alpha (TNFa) bei Entstehung und Unterhaltung entzündlicher rheumatischer Prozesse und den daraus folgenden degenerativen Läsionen mit Knorpelzerstörung entdeckt; biotechnologisch hergestellte Antagonisten dieser Botenstoffe werden inzwischen bereits klinisch eingesetzt, um die Beschwerden zu lindern.
Die Forschungen zielen jedoch auf therapeutische Ansätze ab, die in früheren Stadien greifen und der Knorpel- und Knochenzerstörung entgegenwirken: Denn angesichts von über zehn Millionen degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates und über 16 Millionen Arbeitsunfähigkeitstagen verursachen orthopädische Erkrankungen die meisten Kosten im Gesundheitswesen.
Genfähren in Knorpelzellen
Um in Gelenken die Degeneration aufzuhalten und Entzündungen entgegenzuwirken, wollen die Wissenschaftler Gene gegen knorpelabbauende Enzyme und Entzündungsmediatoren via Genfähren in entnommene, autologe Knorpelzellen einbringen; die gentechnisch veränderten Zellen werden dann ins Gelenk zurückgeführt, siedeln sich auch an ihrem „angestammten Platz“ wieder an und unterbinden – wenn alles geklappt hat – durch die Produktion der Antagonisten an Ort und Stelle das Fortschreiten der chondralen Läsion und regen das Knorpelwachstum an. Da die eingeführten Gene nicht fest im Genom der Zellen verankert sind und über kurz oder lang verlustig gehen, wird diese Behandlung in bestimmten Abständen wiederholt werden müssen.
Kritisch werten einige Orthopäden das Angebot bestimmter Unternehmen, Knorpelzellen aus Eingriffen am Knie für eine später mögliche Verwendung einzufrieren: Die Knorpelzellen verlieren ganz erheblich an Aktivität durch eine Kryokonservierung – und mit Blick auf ein US-Unternehmen wird das Bild noch düsterer; 90 Prozent der Zellen sind abgestorben, wenn sie jenseits des Atlantiks ankommen.
Bereits präklinisch getestet wird der Transfer „regenerativer“ Gene für die Wirbelsäule sowie die schnellere Knochenheilung durch Einbringen von Wachstumsfaktoren in den Frakturspalt. Auch in Ligamentzellen lassen sich Gene einschleusen, sodass in Zukunft eventuell eine Regeneration des Kreuzbandes möglich wird.
Um der steigenden Lebenserwartung und dem Anspruch an hohe körperliche Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter gerecht zu werden, widmen sich auch die Orthopäden zunehmend der dauerhaften biologischen Regeneration durch autologe Zellen – in Kombination mit resorbierbaren Biomaterialien als Platzhalter. In der Forschung werden Polymere und Kollagengerüste als geeignete 3-D-Träger untersucht; in Zellkulturen die idealen Bedingungen für die Produktion erwünschter Botenstoffe getestet. Bereits klinisch eingesetzt werden resorbierbare Meniskus-Implantate als „Leitschiene“ für die Einwanderung körpereigener Zellen; die Erfahrungen bei weltweit etwa 200 Patienten sind nach Angaben von Dr. Christoph Erggelet (Freiburg) ermutigend.
Anders als bei Meniskuszellen befindet sich die Züchtung von Knochenfragmenten noch im Laborbereich – gesucht werden hier geeignete Zusätze zur Anregung der Knochenregeneration. Muskelzellen lassen sich derzeit noch nicht züchten, dafür sind tierexperimentelle Studien zur Kultivierung von Bandscheibenzellen angelaufen, die hoffentlich – nach Replantation – die Mobilität der Wirbelsäule sichern.
Insgesamt steht damit auch das tissue engineering in der Orthopädie erst am Anfang. Dies ist prinzipiell aufwendiger als die konventionelle Reparatur, geht mit längerer Arbeitsunfähigkeit einher. Dafür entfallen die nicht selten erforderlichen Mehrfachbehandlungen. Auf Jahre gesehen sei die Lebensqualität höher und langfristig ein volkswirtschaftlicher Nutzen zu erwarten, so der Referent. Dr. Renate Leinmüller

Weiterführende Links:
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie e.V.

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